Heinrich der Neunte war wieder mal aktiv

17. Dezember 2011

und hat auf Englisch gedichtet, zu finden hier.


Dr. Huch hat den Eurofrust

19. November 2011

Ich stolperte kürzlich und eher zufällig über die Radioansprache, die Franklin D. Roosevelt am 17. Dezember 1940 gehalten hat.
Suppose my neighbor’s home catches fire, and I have a length of garden hose 400 or 500 feet away. If he can take my garden hose and connect it up with his hydrant, I may help him to put out his fire. Now, what do I do? I don’t say to him before that operation, „Neighbor, my garden hose cost me $15; you have to pay me $15 for it.“ What is the transaction that goes on? I don’t want $15 – I want my garden hose back after the fire is over. All right. If it goes through the fire all right, intact, without any damage to it, he gives it back to me and thanks me very much for the use of it. But suppose it gets smashed up – holes in it – during the fire; we don’t have to have too much formality about it, but I say to him, „I was glad to lend you that hose; I see I can’t use it any more, it’s all smashed up.“ He says, „How many feet of it were there?“ I tell him, „There were 150 feet of it.“ He says, „All right, I will replace it.“ Now, if I get a nice garden hose back, I am in pretty good shape.
Damals ging es um den Lend-Lease Act, der es den USA ermöglichten, jedem Land, das gegen die Achsenmächte kämpfte, mit Kriegsmaterial auszuhelfen. Ziemlich sicher hätte es ansonsten für die Allierten schlecht ausgesehen, denn der Kriegseintritt der USA erfolgte erst ziemlich genau ein Jahr späte, nach dem Anriff der Japaner auf Pearl Harbor.
Was mich an diesem Zitat nachdenklich stimmt? Rund um uns herum stehen Nachbarhäuser in hellen Flammen, überall kokeln Schwelbrände, und das Schlimmste daran ist, dass die meisten Brände durch Fahrlässigkeit enstanden sind.
Ja, die Griechen, Spanier, Italiener, Portugiesen usw. haben über ihre Verhältnisse gelebt, ja, sie haben EU-Mittel nicht zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit verwendet sondern zur Hebung ihres Lebensstandards, ja, Korruption, Steuerhinterziehung, Vetternwirtschaft sind weit verbreitet, ja, die EZB darf auf keinen Fall die Gelddruckmaschinen anwerfen und die Inflation anheizen, ja, man darf die Missetäter nicht auch noch für ihre Sünden belohnen, indem man ihre Schulden vergemeinschaftet, ja, ja, ja…verdammt, aber trotzdem, irgendwie, kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass man sich unter Nachbarn hilft, und zwar auf eine Art und Weise, die dem anderen ermöglicht, sein Gesicht zu wahren.
Beispiel:
Kein Wunder, dass die Iren angepisst sind, wenn sie aus der Zeitung erfahren, dass der Sparhaushalt, der Ihnen am 6.12. zum Nikolaus vorgestellt wird, im Bundestag schon diskutiert wird.
So schafft man sich völlig unnötig Feinde, nur weil irgendwelche Parlamentarier sich bei der Presse wichtig machen wollen und ihr Dokumente zuspielen.
Den Briten zu erzählen, dass ihr Pfund sowieso bald Geschichte ist und sie den Euro kriegen werden, Mann, Schäuble, was hast Du Dir nur wieder bei so einem Spruch gedacht? Kauderwelsch, sag ich nur.
Natürlich, unsere Nachbarn sind genauso doof wie wir, den Deutschen Inflation als etwas Harmloses verkaufen zu wollen oder ihre Goldreserven mit lüsternen Blicken zu bedenken, sehr hilfreich sowas.
Wo sind die moderaten, vernünftigen Stimmen auf allen Seiten? Nationalistische Misstöne allerorten, ach, was bin ich wieder mal eurofrustriert.


Neuer Artikel bei Heinrich IX (Achtung, wie üblich in English only)

10. November 2011

Zu finden hier.


Dr. Huch liest: Das Unheimliche, das Grauen und der Grusel

22. August 2011

„Das Unheimliche schleicht sich leise heran. Das Grauen liebt den grellen Auftritt, den Paukenschlag, und der Grusel, der kleine Bruder des Grauens, macht uns wohlig beklommen, weil er flüchtig und vergänglich ist. Das Unheimliche aber ist diskret, nicht jeder bemerkt es, und wenn es verschwindet, sich davonstiehlt, stellt es Fragen, die uns lange begleiten. Das Unheimliche ist ein Dieb, es stiehlt die Ruhe.“

Torsten Körner, Geschichten aus dem Speisewagen, ISBN 978-3-596-18273-2


Neuer Artikel bei Heinrich IX (Achtung, English)

1. August 2011

Dr. Huch’s anglophile alter ego has posted a new article which can be found here.


Stuttgart 21 – Dr. Huch versteht nur Bahnhof

30. Juli 2011

Vorweg eine kleine Einlassung zum Thema „Nur Bahnhof verstehen“. Aus gegebenem Anlaß (der nix mit Stuttgart 21 zu tun hatte) erforschte Dr. Huch die Herkunft dieses Ausdrucks. Anscheinend stammt er aus der Zeit am Ende des Ersten Weltkriegs, als die kriegsmüden Soldaten nur noch nach Hause wollten, wozu damals in der Regel der Zug als Verkehrsmittel genutzt wurde. Jedes andere Thema, das jemand aufbrachte, wurde daher mit „Ich verstehe nur Bahnhof“ abgebügelt. Später hat sich das Ganze verselbständigt und heutzutage versteht man Bahnhof (manchmal ergänzt um Bratwurst und Bratkartoffel) wenn man nicht peilt (oder peilen will) was einem das Gegenüber zu erzählen versucht.

Aber zurück zu unseren Freunden im Ländle. Sacht ma habt Ihr noch alle Tassen im Schränkle??? Schon mal was von Eurokrise gehört? Oder davon, dass andere Städte froh wären, wenn ihnen die Milliarden für Infrastrukturprojekte hinten und vorne reingestopft werden?

Dieses Hin und Her, diese Possen, Parkschützer, Schlichtereien und das ganze Geißler-Gewürge, also echt, Dr. Huch als Fischkopp hats echt dicke. Ihr wollt den Scheißbahnhof nicht? Ok, mir recht, wir haben hier immer noch Bahnstrecken, die seit Reichsbahnzeiten nicht renoviert worden sind, dann nehmen wir halt die Knete. Natürlich fragt man sich, warum denn die angebliche vorhandene Mehrheit, die S21 nicht will, nicht die Partei gewählt hat, die das auch nicht tut, aber naja, was solls. Wurscht. Egal. Ich habs dicke. Baut das Ding oder lasst es aber bitte tut es leise und laßt den Rest der Republik mit Euren Juchtenkäfern oder wie die Viecher heißen in Ruhe.


Neuer Artikel bei Heinrich IX (Achtung, English)

28. Juli 2011

Dr. Huch’s anglophile alter ego has posted a new article which can be found here.


Die Plage mit dem Plagiat

14. Juli 2011

Da es langsam zum Volkssport wird, es bei Doktorarbeiten mit der Sorgfalt nicht so genau zu nehmen, beginnt man sich zu fragen, warum diese Sportart anscheinend im linken Parteienspektrum keinerlei Anhänger gefunden hat. Alle bisher aufgedeckten Skandale und Skandälchen betrafen Politiker mit schwarzer oder gelber Weste, die Erben von Marx, Bebel und Brandt scheinen an sich selbst deutlich höhere Maßstäbe anzulegen. Denn die Plagiatsjäger von Vroniplag, Guttenplag und wie sie alle heißen, die sind doch sicherlich jeglicher Parteilichkeit unverdächtig. Sind sie doch, oder?
GreserUndLenz
Können Schweine fliegen? Natürlich sind die Jungs parteilich, wie jeder von uns. Natürlich suchen die sich ihre Opfer erstmal im anderen politischen Lager, wer würde das nicht? Nestbeschmutzer sind etwa so beliebt wie Fußpilz, und solange die Bürgerlichen reichlich Jagdgründe bieten, warum sollte man sich die Mühe machen und Doktorarbeiten z.B. von Alt-68ern einzuscannen und durchzuackern? Das wäre ja fast schon Leichenschändung…
Nun ja, bleiben wir Ernst. Ich nehme das den Kollegen in keiner Weise übel, nett wärs allerdings, wenn sie einfach dazu stehen würden, dass sie auf einem Auge halbblind sind. Denn den Überbringer schlechter Nachrichten zu diskreditieren, das ist zwar ein altbewährtes aber trotzdem seit der Antike wenig hilfreiches Prinzip. Wer sich auf Teufel komm raus einen akademischen Grad erschwindelt hat, der hat es nicht besser verdient, als enttarnt zu werden, ob seine Partei grad regiert oder nicht. Punkt.
Außerdem steht es der jungen Union oder anderen schwarzgelben Kampftruppen ja frei, sich ihrerseits über rotgrüne Doktorarbeiten herzumachen und den Ausgleich herzustellen. Na los Jungs, macht mal, rein statistisch gesehen sollte es kein Problem sein, Plagiatoren mit rotem Parteibüchlein zu finden, viele von denen haben schließlich mehrere Jahrzehnte an der Uni zugebracht…


In eigener Sache

7. Juli 2011

Dr. Huch hat sich endlich dazu aufgerafft, seinem Alter Ego Heinrich, dem Neunten, einen eigenen Block zu spendieren. Englische Artikel sind ab jetzt unter heinrichderneunte.wordpress.com zu finden, bestehende werden nach und nach dorthin verschoben.

Dr. Huch finally decided to let his alter ego Heinrich der Neunte have his own blog. New Articles in English will be published at heinrichderneunte.wordpress.com, existing articles will be moved there as time permits.


Big Fat Greek Wedding? Eher Big Fat German Schlamassel…

4. Juli 2011

Nun, Griechen, die Geschenke bringen, und seien es hölzerne Pferde mit fragwürdigem Inhalt, sind bis auf weiteres nicht in Sicht. Denen ist zur Zeit todsicher nicht nach Schenken zu Mute, die haben nämlich grad eine ganz böse Klatsche Realität auf den Döz bekommen. Dr. Huch kennt nicht viele Griechen, aber die paar, die er kennt, sind freundliche, sympathische und hart arbeitende Menschen. Auf sein mit gängigen Klischees unverträgliches Arbeitsethos angesprochen meinte allerdings einer meiner V-Leute „Was denkst Du, warum ich bin weg aus Hellas, ha?“, aber das werten wir jetzt mal als Einzelmeinung.

Auf jeden Fall sollte der teutsche Michel sich mal lieber nicht zu lautstark über die faulen, verschwenderischen, selbstgerechten, wehleidigen oder wahlweise undankbaren Griechen das Maul zerreissen. Würde man ihm nämlich das zumuten, was den Hellenen (oder z.B. auch den Iren) zur Zeit an Sparmaßnahmen auferlegt wird, er würde vor Wut einen seiner Gartenzwerge erschiessen.

Es ist ja nun nicht so, dass Griechenland das einzige Land wäre, wo munter auf Kosten zukünftiger Generationen das Geld zum Fenster rausgeworfen und fröhlich auf Pump gelebt wurde. Schauen wir uns doch mal die deutschen Staatsfinanzen an. Bis Ende 2011 dürften unsere spendierfreudigen Politker (übrigens im Auftrag des Stimmviehs, das man mit Wahlgeschenken an die Urne gelockt hat) die Staatsverschuldung auf deutlich über zwei Billionen (englisch Trillionen, klingt gleich nach noch mehr) Euronen gebracht haben. Das ist verdammt viel Geld, vor allem, wenn man bedenkt, dass kein Schwein weiß, wer das angesichts einer schrumpfenden Bevölkerung jemals wieder zurückzahlen soll. Wir hinterlassen unseren (kümmerlich wenigen) Nachkommen eine gewaltige Erblast.

Da jedes Volk die Regierung bekommt (in diesem Zusammenhang egal ob schwarz, rot oder violett, ernsthaft Sparen können und wollen die alle nicht), die es verdient, kann sich letztlich keiner von uns von Schuld freisprechen. Das perfide daran ist nur, dass dann, wenn die große Scheißebombe mal platzt, die meisten von denen, die es verbockt haben, nach langem Leben in Wohlstand den Löffel abgegeben haben werden. Nach uns die Sintflut, na super.

Worauf ich hinaus will? Wir müßten mindestens so massiv sparen wie unsere irischen, griechischen, isländischen oder portugiesischen Kollegen, wenn wir uns einigermaßen verantwortungs- und ehrenvoll verhalten wollen. Mit einem gewissen Brechreiz erinnert sich Dr. Huch an den alten Spruch der Umweltbewegten „Wir haben die Erde von unsern Kindern nur geliehen“. Wie wahr, wie wahr, seinen Kindern einen riesigen Schuldenberg zu hinterlassen, das scheint das Gewissen der auf die Rente zugehenden 68er nicht sonderlich zu belasten. Für die ist ja noch genug (Kreditwürdigkeit…) da, sollen die Blagen doch sehen, wo sie bleiben, Hauptsache, sie haben ordentlich gelernt, wie man Müll trennt. Darauf noch einen guten Schluck vom toskanischen Roten. Wohl bekomms.

Kurzfassung dieses Artikels:
Selbstgerechte Deutsche sind mindestens genauso zum Kotzen wie korrupte Griechen.


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