Und was ist mit Tee?

16. Juli 2009

Wie erkennt man, ob man sich in einem niveauvollen gastromischen Betrieb befindet?

Man bestellt einen Tee…

Lautet die Frage des Bedienpersonals dann „Möchten Sie schwarzen Tee?“ hat man in der Regel schon verloren. Vermutlich wird in Kürze ein Glas lauwarmes Wasser serviert werden, begleitet von einem mindesten zwölf Jahre alten vertrockneten Teebeutel. Mahlzeit, das treibt auch den härtesten Teefreund zu Starbucks.

Kleiner Exkurs: Tee heißt Tee, weil er aus Pflanzenteilen der Teepflanze (Camellia sinensis) hergestellt wird. Kräuter-, Früchte- und andere scheussliche Aufgüsse mögen wohl im Handel und umgangssprachlich auch unter „Tee“ laufen, Dr. Huch hält dies für skandalös. Diese zusammengefegten und aromatisierten Unkrautreste sollten nicht in einem Atemzug mit wirklchen Teesorten genannt werden dürfen. Basta.

Die einzige zulässige Nachfrage wäre „Schwarzer, grüner oder weißer Tee?“, gefolgt von der Provenienz, z.B. „Bevorzugen Sie Darjeeling, Ceylon oder Assam?“.  Gehobene Gastronomie sollte zudem noch über ein gewisses Spektrum je Herkunftsort verfügen „Wir hätten einen hervorragenden First Flush Darjeeling anzubieten, oder darf es der etwas kräftigere Second Flush sein?“.

Ja, so sollte es sein…die Wirklichkeit sieht leider anders aus, wobei man feststellen kann, dass der Grad an Kulturlosigkeit von Nord nach Süd zunimmt, wobei Ausreisser in beide Richtungen festzustellen sind.

Ein Klassiker aus dem Gruselkabinett des Teetrinkers:  Man hat sich mühevoll mit der Bedienung auf die Lieferung eines schwarzen Tees geeinigt, um dann mit einer Tasse/Kübel/Kännchen/Becher Earl Grey beglückt zu werden. Ein scheussliches Gesöff bestehend aus Tee und viel Bergamott-Öl. Würg, spei, göbel… Kein Wunder dass die Engländer einen derart schlechten Ruf geniessen, was ihre kulinarischen Vorlieben anbelangt.

Besonders rührend mutete auch die Frage an, die Dr. Huch dereinst in einem amerikanischen Coffee Shop von der Serviererin gestellt bekam: „Sir, do you want some more hot water for your Teabag?“

Dazu muss man wissen, dass man dort üblicherweise Kaffee bis zum Abwinken serviert bekommt. Nunja, dachte sich das kluge Kind, gießen wir ihm halt seinen Teebeutel sooft er möchte mit heissem Wasser wieder auf. Muss erwähnt werden, dass dieses Ereignis in Boston stattfand, wo man traditionell auf „Tea-Parties“ das ungeliebte Gesöff im Meer versenkt?


Das U-Wort

2. Juli 2009

Der Zahnarzt? Fühlt auf dem Malediven einer Südseeschönheit auf den Zahn. Der Klempner? Zum Rohrverlegen nach Mallorca abgedüst. Der Fliesenleger? Legt auf Kreta eine flach. Der Postbote? Eine Aushilfe, der in Dr. Huchs Briefkasten auch gleich die Post der linken und rechten Nachbarn unterzubringen versteht. Der Malermeister? Hat den Farbeimer mit einem Eimer Sangria vertauscht.

Kurzum, die Urlaubszeit bricht aus und die öffentliche Ordnung zusammen, wie jedes Jahr.

Dr. Huch wird nie begreifen, warum sich die Leute dann, wenn es hier  unerträglich heiss und schwül ist, auf beschwerliche Reisen begeben, an deren Ziel es noch heisser und noch schwüler ist…