Und was ist mit Tee?

Wie erkennt man, ob man sich in einem niveauvollen gastromischen Betrieb befindet?

Man bestellt einen Tee…

Lautet die Frage des Bedienpersonals dann „Möchten Sie schwarzen Tee?“ hat man in der Regel schon verloren. Vermutlich wird in Kürze ein Glas lauwarmes Wasser serviert werden, begleitet von einem mindesten zwölf Jahre alten vertrockneten Teebeutel. Mahlzeit, das treibt auch den härtesten Teefreund zu Starbucks.

Kleiner Exkurs: Tee heißt Tee, weil er aus Pflanzenteilen der Teepflanze (Camellia sinensis) hergestellt wird. Kräuter-, Früchte- und andere scheussliche Aufgüsse mögen wohl im Handel und umgangssprachlich auch unter „Tee“ laufen, Dr. Huch hält dies für skandalös. Diese zusammengefegten und aromatisierten Unkrautreste sollten nicht in einem Atemzug mit wirklchen Teesorten genannt werden dürfen. Basta.

Die einzige zulässige Nachfrage wäre „Schwarzer, grüner oder weißer Tee?“, gefolgt von der Provenienz, z.B. „Bevorzugen Sie Darjeeling, Ceylon oder Assam?“.  Gehobene Gastronomie sollte zudem noch über ein gewisses Spektrum je Herkunftsort verfügen „Wir hätten einen hervorragenden First Flush Darjeeling anzubieten, oder darf es der etwas kräftigere Second Flush sein?“.

Ja, so sollte es sein…die Wirklichkeit sieht leider anders aus, wobei man feststellen kann, dass der Grad an Kulturlosigkeit von Nord nach Süd zunimmt, wobei Ausreisser in beide Richtungen festzustellen sind.

Ein Klassiker aus dem Gruselkabinett des Teetrinkers:  Man hat sich mühevoll mit der Bedienung auf die Lieferung eines schwarzen Tees geeinigt, um dann mit einer Tasse/Kübel/Kännchen/Becher Earl Grey beglückt zu werden. Ein scheussliches Gesöff bestehend aus Tee und viel Bergamott-Öl. Würg, spei, göbel… Kein Wunder dass die Engländer einen derart schlechten Ruf geniessen, was ihre kulinarischen Vorlieben anbelangt.

Besonders rührend mutete auch die Frage an, die Dr. Huch dereinst in einem amerikanischen Coffee Shop von der Serviererin gestellt bekam: „Sir, do you want some more hot water for your Teabag?“

Dazu muss man wissen, dass man dort üblicherweise Kaffee bis zum Abwinken serviert bekommt. Nunja, dachte sich das kluge Kind, gießen wir ihm halt seinen Teebeutel sooft er möchte mit heissem Wasser wieder auf. Muss erwähnt werden, dass dieses Ereignis in Boston stattfand, wo man traditionell auf „Tea-Parties“ das ungeliebte Gesöff im Meer versenkt?

Ein Kommentar zu „Und was ist mit Tee?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s