Zu den Griechen kriechen?

Machen Sie es wie Carla Bruni, nehmen Sie sich einen kleinen Franzosen…Nett, diese Werbung von Sixt, wirklich nett.

Leider wird mit dem kleinen Franzosen auch gleich eine Portion französischer Lebensart mitgeliefert, die, im Gegensatz zu Rotwein und Baguette, dem Teutonen im Halse stecken bleibt. Gemeint ist der festverwurzelte Glaube daran, dass der Staat es am besten weiß, wofür das Geld des Bürgers ausgegeben werden sollte.

Das Verteilen von Wahlgeschenken hat Ihre Staatskasse überstrapaziert? Pas de problème, wir werfen schnell mal die Druckerpresse an, so ein bißchen Inflation hat doch noch keinem geschadet. Ups, Momentchen, die EZB ziert sich? Mon dieu!

Endlich bieten nun die bösen, bösen Spekulanten, die sich angeblich weltweit zusammengerottet und den Euro aufs Korn genommen haben, den Franzosen eine Handhabe, ihre Philosophie auch den europäischen Nachbarn aufzudrücken. Die töffeligen Deutschen zieren sich am Anfang noch ein bißchen, zücken dann aber, wie schon immer, am Ende doch die Brieftasche und löhnen.  Und damit dieses Geziere zukünftig die Berlusconis und Sarkozys dieser Welt nicht mehr unnötig aufhält, muß gleich eine gemeinsame „Wirtschaftsregierung“ her!

Soweit so schlecht, die Deutschen samt Kanzlerin haben sich mal wieder vorführen lassen. Was hilft das Gejammer, machen wir das beste draus.

Lehnen wir uns mal ein wenig zurück und betrachten die Sache mit etwas Abstand. Da hätten wir ein exportstarkes, relativ wettbewerbsfähiges Land, dessen wichtigste Kunden ihm in räumlicher Nähe und herzlicher Abneigung verbunden sind. Ebendiese Kunden haben allesamt ihre Girokonten kräftig überzogen, unter anderem, um bei uns einzukaufen. Wer hat Ihnen das Geld dafür geliehen? Na wir, irgendwo müssen wir unsere Ersparnisse ja schließlich anlegen, und Bundesschatzbriefe sind jetzt wirklich nicht der Zinsbrüller. Kaufen wir lieber Anleihen aus Griechenland, die sind fast genauso sicher, aber viel besser verzinst. Fast genauso sicher? Ja klar, weil: im Ernstfall wird schon irgendwer einspringen und unsere Kollegen raushauen. Erzähl mir keiner, dass er das nicht gewußt hat.

Ok, hm, ich leihe also meinen Kunden Geld, damit die bei mir einkaufen können…Woher kommt uns das Modell bekannt? Vom Möbeldiscounter um die Ecke? Ja, von dem auch, allerdings wird das Ganze auch in einem etwas größeren Rahmen praktiziert: China liefert buntes Plastikzeugs nach Amerika, die Amis können davon garnicht genug bekommen, also verschulden sie sich, um immer mehr von den Chinesen kaufen zu können. Verschulden tun sie sich, surprise, surprise, natürlich bei den Chinesen, die müssen das viele Geld, dass sie mit dem bunten Krimskrams verdienen, ja schließlich irgendwo anlegen.

Die haben sich sozusagen gegenseitig bei den Eiern gepackt, denn: wenn die Chinesen keine amerikanischen Staatsanleihen kaufen, sind die Amis pleite und können nix mehr in China einkaufen. Dann wären die Chinesen auch noch pleite.

Kapiert?
Wir=China, Die Griechen (Portugiesen/Spanier/Sonstwer)=Amerika

Fazit: Damit auch weiterhin jemand uns die Autos mit dem Stern und die schnittigen U-Boote abkauft, müssen wir wohl oder übel dafür sorgen, dass die Griechen (usw.) finanziell den Kopf über Wasser halten können. Allerdings müssen wir verdammt aufpassen (also: deren Eier feste im Griff behalten, sozusagen), dass die nicht auf dumme Ideen kommen und plötzlich bei den Chinesen einkaufen 😉

Die Lage ist ernst, aber hoffnungslos, verdammt, wieso mag ich eigentlich keinen Ouzo?

pas de problème

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