Männer lieben Fußball…

und da Dr. Huch ein Mann und man gegen Klischees ja nun mal sowieso machtlos ist, sitzt unser Lieblingsblogger nun, ausgerüstet mit einer Familienpackung Chips, Schokolade, kalten Getränken und natürlich einer Fernbedienung, alle vier Jahre vor der Glotze und sterbenslangweiligt sich.

Ein Haufen mehr oder weniger vorteilhaft gekleideter Männlein bevölkert die Mattscheibe und schiebt lustlos eine Kunststoffkugel (kennt überhaupt noch jemand den Ausdruck „das Leder“?) hin und her. Gähn. Durchschnittlich 89 Minuten lang passiert – nix, aber auch rein gaaar nix. Und wenn man dann frustriert in die Küche schleicht, um Nachschub zu holen, genau dann muss irgendso ein pickliger Jüngling dann doch aus Versehen ein Tor schiessen.

Interessiert sich wirklich irgendwer, wie Paraguy oder Kamerun gegen Tuvalu oder Grönland abschneiden? Also, sind alles bestimmt schöne Länder, aber wirklich erwärmen kann Dr. Huch sich für deren Mannschaften irgendwie eher nicht. Nein, ein Fußball-Enthusiast wird er nicht mehr, der Funke der Begeisterung will und will einfach nicht überspringen.

Die serviceorientierten Südafrikaner geben sich zwar redlich Mühe, das öde Geschwafel der Kommentatoren durch einfache, aber wirkungsvolle technische Hilfsmittel (Plastiktröten) zu überdecken, scheitern aber letztendlich am Beharrungsvermögen öffentlich-rechtlicher Gebührenverquassler. Hm, das ist eigentlich sehr modern, wenn viele Menschen ohne Geld dafür zu bekommen für ein gemeinsames Ziel (in diesem Fall: Nervt[r]öten) arbeiten, dann ist das doch ein Beispiel für sogenanntes Crowdsourcing, oder?

Nun, wie auch immer, damit sollte die Grundhaltung des Dr. Huch zur WM hinreichend beschrieben sein, alles beim Alten könnte man meinen. Wenn ihm da nicht plötzlich, gänzlich unerwartet, ein Fußballspiel Kurzweil bot – Deutschland gegen Australien…Endlich mal ein paar Tore, eine funktionierende Taktik, motivierte Spieler, kurzum, unterhaltsamer Fußball…Ja, gut, Nörgler mögen sagen, dass die Australier vermutlich auch den Alten Herren II der SpVgg Hintertupfingen zum Opfer gefallen wären, aber das ist doch total wurscht, oder?

Dass es sowas noch gibt…Dr. Huch hatte Spaß an einem Fußballspiel…un-fucking-believable

Ach ja, nicht zu vergessen: Da spricht doch tatsächliche eine unbedarfte (und ziemlich lange nach Ende des 1000jährigen geborene) Moderatorin vom „innerlichen Reichsparteitag“. Aua. Ein Aufschrei geht durch die Menge der Berufsbetroffenen. Unglaublich. Empö-hö-hö-rend. Faschistoid. Wehret den Anfängen. Nie wieder Krieg. Meine Herren (und Damen), gehts nicht auch ne Nummer kleiner? Natürlich war das nicht grad eine verbale Großtat von Frau Müller-Hohenstein, aber muß man gleich so tun, als wäre sie hakenkreuzfahneschwingend und holocaustleugnend durchs Studio gehüpft und hätte dabei das Horst-Wessel-Lied auf einer Vuvuzela getrötet? Vermutlich sollten wir uns zukünftig davor hüten, irgendwo Tabellenführer zu werden, man weiß ja nie, ob dahinter nicht auch irgendwo adolfisch-großdeutsches Gedankengut zu wittern ist…Die Dame hat sich für den Spruch entschuldigt, und damit sollte es dann auch gut sein. Locker bleiben, Deutschland.

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