Von Dr. zu Dr…

Gutten Tag Herr -äh- Kollege von und zu Guttenberg,

ich muss mich schon wundern, warum Sie sich dereinst die Mühe machten, umständlich zu promovieren, wenn auch, zugegeben an einer Universität, die an die Qualiät der eingereichten (Mach)werke scheints keine allzu hohen Ansprüche stellt.
Empfehlen würde ich dann doch den sicheren und bequemen Weg der Autopromotion bzw. Selbstbedoktortitelung, wer gar nicht erst eine Doktorarbeit schreibt, dem kommt man auch nicht drauf, dass er abgeschrieben hat. Hat bei mir ganz prima funktioniert, Plagiatsvorwürfe oder solche wegen Amtsanmaßung sind bisher nicht aktenkundig geworden, würden mich allerdings auch nur so peripher tangieren wie die sprichwörtliche Sau, die sich an der deutschen Eiche schubbert.

Natürlich strebe ich keine höheren Staatsämter an, für die Boulevardpresse und Hochglanzmagazine bin ich völlig unergiebig, auf Parteifreunde und politische Gegner muß ich keinerlei Rücksicht nehmen…Freiheit die ich meine….Wo waren wir? Ach ja, vielleicht haben Sie sich einfach das falsche Vergehen ausgesucht. Hätten Sie in Ihrer wilden Jugendzeit ein paar Molotowcocktails geworfen und Polizisten verprügelt, so hätte niemand aus dem anderen politischen Lager an Ihrer sittlichen Reife für ein Ministeramt zweifeln können und sie würden jetzt selbstgerecht und gutbezahlt über Weltpolitik oder Marathonläufe oder die Unmöglichkeit der Monogamie dozieren, aber, nun ja, die Welt ist halt ungerecht, Sie müssen nun ein Weilchen im Trüben fischern.

Ich empfehle einen Ausflug in die Niederungen der Kommunalpolitik, schlagen sie sich herum mit den Nistplätzen von Fledermäusen, dem Tschilpen des Wachtelkönigs und possierlichen Feldhamstern, die just immer da auftauchen, wo hervorragend Umgehungsstraßen oder gewerbesteuerausstoßende Gewerbegiete hinpassen würden. Nach einiger Zeit in der Diaspora wird man Sie dann sicher in Berlin wieder zähneknirschend in die Arme schließen.

Zähneknirschend? Natürlich, denn merke, nichts ist einem Verwaltungsapparat mehr zuwider, als ein populärer Politker, der, Gott bewahre, genug Rückhalt beim Stimmvieh äh Wahlvolk hat, dass er auch die eine oder andere unbequeme (sprich pöstchen- und pfründevernichtende) Reform angehen könnte. Fürchterliche Vorstellung.

In diesem Sinne, viel Spaß in der Provinz wünscht
mit vorzüglicher Hochachtung

Ihr Dr. rer. chat. Huch

PS: Ich vermute, dass Sie einen signifikanten Anteil an den Guttenbergschen Pomadewerken GmbH&Co KGaA halten, anders ist Ihr Kopfputz, der in seiner sturmfesten Kompaktheit doch sehr an den gemächtlosen Gespielen von Barbie, wie hieß er noch, Ken? erinnert, nicht erklärlich.
PPS: Andererseits, schmierige Typen sind in der politischen Arena ja eher die Regel als die Ausnahme, in sofern hat vielleicht nur einer Ihrer PR-Berater das Handbuch „In 10 Schritten zum Kanzlerkandidaten“ etwas zu wörtlich genommen.

Ein Kommentar zu „Von Dr. zu Dr…

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