Big Fat Greek Wedding? Eher Big Fat German Schlamassel…

Nun, Griechen, die Geschenke bringen, und seien es hölzerne Pferde mit fragwürdigem Inhalt, sind bis auf weiteres nicht in Sicht. Denen ist zur Zeit todsicher nicht nach Schenken zu Mute, die haben nämlich grad eine ganz böse Klatsche Realität auf den Döz bekommen. Dr. Huch kennt nicht viele Griechen, aber die paar, die er kennt, sind freundliche, sympathische und hart arbeitende Menschen. Auf sein mit gängigen Klischees unverträgliches Arbeitsethos angesprochen meinte allerdings einer meiner V-Leute „Was denkst Du, warum ich bin weg aus Hellas, ha?“, aber das werten wir jetzt mal als Einzelmeinung.

Auf jeden Fall sollte der teutsche Michel sich mal lieber nicht zu lautstark über die faulen, verschwenderischen, selbstgerechten, wehleidigen oder wahlweise undankbaren Griechen das Maul zerreissen. Würde man ihm nämlich das zumuten, was den Hellenen (oder z.B. auch den Iren) zur Zeit an Sparmaßnahmen auferlegt wird, er würde vor Wut einen seiner Gartenzwerge erschiessen.

Es ist ja nun nicht so, dass Griechenland das einzige Land wäre, wo munter auf Kosten zukünftiger Generationen das Geld zum Fenster rausgeworfen und fröhlich auf Pump gelebt wurde. Schauen wir uns doch mal die deutschen Staatsfinanzen an. Bis Ende 2011 dürften unsere spendierfreudigen Politker (übrigens im Auftrag des Stimmviehs, das man mit Wahlgeschenken an die Urne gelockt hat) die Staatsverschuldung auf deutlich über zwei Billionen (englisch Trillionen, klingt gleich nach noch mehr) Euronen gebracht haben. Das ist verdammt viel Geld, vor allem, wenn man bedenkt, dass kein Schwein weiß, wer das angesichts einer schrumpfenden Bevölkerung jemals wieder zurückzahlen soll. Wir hinterlassen unseren (kümmerlich wenigen) Nachkommen eine gewaltige Erblast.

Da jedes Volk die Regierung bekommt (in diesem Zusammenhang egal ob schwarz, rot oder violett, ernsthaft Sparen können und wollen die alle nicht), die es verdient, kann sich letztlich keiner von uns von Schuld freisprechen. Das perfide daran ist nur, dass dann, wenn die große Scheißebombe mal platzt, die meisten von denen, die es verbockt haben, nach langem Leben in Wohlstand den Löffel abgegeben haben werden. Nach uns die Sintflut, na super.

Worauf ich hinaus will? Wir müßten mindestens so massiv sparen wie unsere irischen, griechischen, isländischen oder portugiesischen Kollegen, wenn wir uns einigermaßen verantwortungs- und ehrenvoll verhalten wollen. Mit einem gewissen Brechreiz erinnert sich Dr. Huch an den alten Spruch der Umweltbewegten „Wir haben die Erde von unsern Kindern nur geliehen“. Wie wahr, wie wahr, seinen Kindern einen riesigen Schuldenberg zu hinterlassen, das scheint das Gewissen der auf die Rente zugehenden 68er nicht sonderlich zu belasten. Für die ist ja noch genug (Kreditwürdigkeit…) da, sollen die Blagen doch sehen, wo sie bleiben, Hauptsache, sie haben ordentlich gelernt, wie man Müll trennt. Darauf noch einen guten Schluck vom toskanischen Roten. Wohl bekomms.

Kurzfassung dieses Artikels:
Selbstgerechte Deutsche sind mindestens genauso zum Kotzen wie korrupte Griechen.

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