Dr. Huch hat den Eurofrust

Ich stolperte kürzlich und eher zufällig über die Radioansprache, die Franklin D. Roosevelt am 17. Dezember 1940 gehalten hat.
Suppose my neighbor’s home catches fire, and I have a length of garden hose 400 or 500 feet away. If he can take my garden hose and connect it up with his hydrant, I may help him to put out his fire. Now, what do I do? I don’t say to him before that operation, „Neighbor, my garden hose cost me $15; you have to pay me $15 for it.“ What is the transaction that goes on? I don’t want $15 – I want my garden hose back after the fire is over. All right. If it goes through the fire all right, intact, without any damage to it, he gives it back to me and thanks me very much for the use of it. But suppose it gets smashed up – holes in it – during the fire; we don’t have to have too much formality about it, but I say to him, „I was glad to lend you that hose; I see I can’t use it any more, it’s all smashed up.“ He says, „How many feet of it were there?“ I tell him, „There were 150 feet of it.“ He says, „All right, I will replace it.“ Now, if I get a nice garden hose back, I am in pretty good shape.
Damals ging es um den Lend-Lease Act, der es den USA ermöglichten, jedem Land, das gegen die Achsenmächte kämpfte, mit Kriegsmaterial auszuhelfen. Ziemlich sicher hätte es ansonsten für die Allierten schlecht ausgesehen, denn der Kriegseintritt der USA erfolgte erst ziemlich genau ein Jahr späte, nach dem Anriff der Japaner auf Pearl Harbor.
Was mich an diesem Zitat nachdenklich stimmt? Rund um uns herum stehen Nachbarhäuser in hellen Flammen, überall kokeln Schwelbrände, und das Schlimmste daran ist, dass die meisten Brände durch Fahrlässigkeit enstanden sind.
Ja, die Griechen, Spanier, Italiener, Portugiesen usw. haben über ihre Verhältnisse gelebt, ja, sie haben EU-Mittel nicht zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit verwendet sondern zur Hebung ihres Lebensstandards, ja, Korruption, Steuerhinterziehung, Vetternwirtschaft sind weit verbreitet, ja, die EZB darf auf keinen Fall die Gelddruckmaschinen anwerfen und die Inflation anheizen, ja, man darf die Missetäter nicht auch noch für ihre Sünden belohnen, indem man ihre Schulden vergemeinschaftet, ja, ja, ja…verdammt, aber trotzdem, irgendwie, kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass man sich unter Nachbarn hilft, und zwar auf eine Art und Weise, die dem anderen ermöglicht, sein Gesicht zu wahren.
Beispiel:
Kein Wunder, dass die Iren angepisst sind, wenn sie aus der Zeitung erfahren, dass der Sparhaushalt, der Ihnen am 6.12. zum Nikolaus vorgestellt wird, im Bundestag schon diskutiert wird.
So schafft man sich völlig unnötig Feinde, nur weil irgendwelche Parlamentarier sich bei der Presse wichtig machen wollen und ihr Dokumente zuspielen.
Den Briten zu erzählen, dass ihr Pfund sowieso bald Geschichte ist und sie den Euro kriegen werden, Mann, Schäuble, was hast Du Dir nur wieder bei so einem Spruch gedacht? Kauderwelsch, sag ich nur.
Natürlich, unsere Nachbarn sind genauso doof wie wir, den Deutschen Inflation als etwas Harmloses verkaufen zu wollen oder ihre Goldreserven mit lüsternen Blicken zu bedenken, sehr hilfreich sowas.
Wo sind die moderaten, vernünftigen Stimmen auf allen Seiten? Nationalistische Misstöne allerorten, ach, was bin ich wieder mal eurofrustriert.

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